Migration & Onboarding
Ein Systemwechsel ist die heikelste Phase im Leben einer Personalabteilung. Eine falsch übernommene Urlaubsbilanz ist nicht nur peinlich — sie ist juristisch belastbar. Agenda hat daher einen strukturierten Onboarding-Pfad gebaut, der in drei Phasen abläuft. Jede Phase wird abgeschlossen und freigegeben, bevor die nächste startet.
Erfahrungswert: ein Betrieb mit 10–50 Mitarbeitern wechselt in 1–2 Wochen vollständig, ohne dass auch nur ein Tag des laufenden Geschäfts ausfällt.
Phase 1 — Stammdaten (Tag 1–3)
Das Fundament. Ohne diese Daten kann keine Auswertung stimmen.
Was wird übernommen:
- Mitarbeiterliste mit Vor- und Nachname, Personalnummer, E-Mail, Eintrittsdatum
- Filialen / Standorte mit ihrer Hierarchie
- Rollen und Berechtigungen (welcher Mitarbeiter darf was)
- Arbeitszeitmodelle (40h/Woche, 35h/Woche, Teilzeit, etc.)
- Urlaubsanspruch pro Mitarbeiter (Standardanspruch + individuelle Sonderzuschläge)
- Standard-Wochenpläne (Mo–Fr je 8h, etc.)
Format: Excel-Liste oder CSV — auf Wunsch erstellen wir Ihnen die Vorlage aus den Strukturen Ihres aktuellen Systems. Nahezu jede klassische Zeiterfassungs- oder HR-Software liefert die nötigen Listen über einen Stammdaten- oder Salden-Export.
Was schon funktioniert: Sobald die Stammdaten in Agenda sind, kann jeder Mitarbeiter sich anmelden und die App benutzen — auch wenn die Bilanzen noch nicht da sind.
Phase 2 — Salden zum Stichtag (Tag 4–7)
Der heikelste Teil. Sie wählen einen Stichtag — typisch der Monatswechsel oder
- Januar — und übertragen genau die Salden, die am Ende dieses Tages stehen sollten.
Was wird übernommen:
| Saldo | Erwartetes Format | Beispiel |
|---|---|---|
| Urlaub-Rest zum Stichtag | Tage als Dezimal | 12.5 |
| Übertrag aus Vorjahr (falls relevant) | Tage als Dezimal | 0 oder 3.5 |
| Verfallsdatum des Übertrags | TT.MM. | 31.03. |
| Flexzeit-Stand | Stunden:Minuten | 04:35 |
| Spill / Auszahlung ausstehend | Stunden:Minuten | 02:15 |
| Krankheitstage Jahresbilanz | Tage | 4 |
| Berufsschultage Jahresbilanz (Auszubildende) | Tage | 6 |
Sie liefern eine Excel; wir importieren in einer kontrollierten Charge. Jeder einzelne Wert wird Ihnen vor dem Import vorgelegt, Sie geben ihn frei, dann wird gebucht.
Warum so sorgfältig: weil eine Stunde zu viel oder zu wenig im Flexkonto zwei Monate später eine Diskussion mit dem Mitarbeiter auslösen kann. Agenda dokumentiert jede dieser Initialsalden als »Eröffnungsbuchung« — sie ist auch Jahre später eindeutig identifizierbar.
Phase 3 — Live-Start (Tag 8–14)
Ab hier wird täglich gestempelt. Die ersten zwei Wochen begleiten wir Sie eng:
- Tag 1–3: nur einzelne Pilot-Mitarbeiter stempeln, der Rest bleibt im Altsystem
- Tag 4–7: gesamte Belegschaft stempelt in Agenda, das Altsystem läuft im »Read-only«-Modus weiter (Sie können noch hineinschauen, aber nicht mehr stempeln)
- Tag 8–14: Altsystem wird abgeschaltet, Agenda ist die einzige Quelle der Wahrheit
- Monatsende: Erster DATEV-Export aus Agenda, Vergleich mit dem letzten Export aus dem Altsystem (gleiche Bewegungen, sauberer Übergang)
Was passiert mit historischen Daten?
Sie haben drei Optionen — wir empfehlen meist B:
A) Historie komplett mit übernehmen. Wir importieren die letzten 3 Jahre Buchungen inkl. Anträge und Genehmigungen. Vorteil: vollständige Suchbarkeit in Agenda. Nachteil: 3–5 Tage Mehraufwand, Risiko von Inkonsistenzen aus dem Altsystem.
B) Nur Salden, Altsystem als Archiv. Wir übernehmen den Stand zum Stichtag (Phase 2) und lassen das Altsystem als Read-only-Archiv weiterlaufen. Das empfehlen wir. Vorteil: schneller Wechsel, klare Trennung »vorher / nachher«. Nachteil: für ältere Buchungen muss man kurz ins Altsystem schauen.
C) Bridge-Modus. Beide Systeme laufen parallel weiter, Agenda hat einen Lese-Link ins Altsystem. Eignet sich nur für sehr große Betriebe mit hochkomplexen Sonderfällen.
Migrations-Assistent (in Vorbereitung)
Damit Sie nicht selbst zählen müssen, bauen wir einen Migrations-Assistenten im Web — geplante Veröffentlichung: 2026. So funktioniert er:
- Hochladen — Sie laden Ihren Stammdaten- und Salden-Export hoch (Excel, CSV oder direkter API-Schlüssel).
- Analyse — der Assistent erkennt die Struktur, mappt jede Spalte auf das Agenda-Datenmodell und zeigt Ihnen pro Mitarbeiter, welche Werte er einliest: Urlaubsrest, Flexzeit-Stand, offene Auszahlungen.
- Bestätigung — Sie sehen vor dem Import eine Übersichtstabelle. Jede Zeile können Sie freigeben, korrigieren oder überspringen.
- Start — erst nach Ihrer Bestätigung wird gebucht. Bis dahin ist nichts in Agenda verändert.
- Rollback — die ersten 72 Stunden nach dem Import können Sie mit einem Klick zurücksetzen. Danach bleiben die Eröffnungsbuchungen als Audit-Spur erhalten.
So bekommen Sie den Komfort eines automatischen Imports mit der Sicherheit einer manuellen Prüfung — ohne dass Sie Excel-Spalten umsortieren oder Macros schreiben müssen.
Konkrete Migrationswege
Klassische Zeiterfassungs-Terminals
Stempeluhren mit zentraler Auswertungssoftware liefern in der Regel einen Stammdaten- und Konten-Export (CSV oder DATEV-kompatibel). Die Salden aus Flexzeit, Spill und Urlaub Rest entsprechen 1:1 dem Datenmodell in Agenda — meist keine Umrechnung nötig. Erfahrene Migrationszeit: 3–5 Werktage.
Workforce-Management-Software mit DATEV-Schnittstelle
Diese Systeme exportieren über ihre DATEV-Schnittstellen, was wir direkt einlesen können. Die letzten 12 Monatsbewegungen reichen, um die Salden zu rekonstruieren. Erfahrene Migrationszeit: 5–7 Werktage.
Cloud-HR-Plattformen mit API
API-basierter Export. Die Endpunkte für Mitarbeiter-Salden liefern alles, was wir brauchen. Erfahrene Migrationszeit: 2–4 Werktage.
Excel-Listen / Stempelkarten
Auch der manuelle Weg geht. Wir senden Ihnen eine vorbereitete Excel-Vorlage, Sie tragen die Werte ein, wir prüfen und importieren. Erfahrene Migrationszeit: 3–5 Werktage (je nach Mitarbeiterzahl).
Was wir nicht mitnehmen
Manche Daten gehören bewusst nicht in die Migration:
- Alte Anträge ohne Bezug zu offenen Salden — sind im Altsystem ablesbar, aber verstopfen Agenda nicht.
- Lohnabrechnungen — die liegen ohnehin beim Steuerberater. Agenda liefert weiter DATEV-Exporte, die in dieselbe Abrechnung laufen.
- Persönliche Notizen aus dem alten System — diese sind oft urheberrechtlich heikel und übertragen sich selten verlustfrei.
Erfolgs-Indikatoren
Wir bestätigen den erfolgreichen Wechsel anhand fünf konkreter Punkte:
- ✅ Jeder Mitarbeiter kann sich anmelden und Stunden buchen
- ✅ Die Urlaubsbilanz im neuen System entspricht haargenau dem Stand im Altsystem zum Stichtag
- ✅ Die Flex-Salden stimmen auf die Minute überein
- ✅ Der erste DATEV-Export aus Agenda nach dem Wechsel passt zur letzten Lohnabrechnung des Altsystems
- ✅ Mindestens drei beliebige Mitarbeiter bestätigen mündlich: »Stimmt.«
Erst wenn alle fünf Punkte abgehakt sind, wird das Altsystem abgeschaltet.
Was Sie sich sparen
- Keine doppelte Pflege während des Wechsels (max. eine Woche).
- Keine verloren gegangenen Urlaubstage, keine geschluckte Flexzeit.
- Keine Diskussion mit dem Betriebsrat — der gesamte Übergang ist dokumentiert.
- Keine Lücke in der Lohnabrechnung — der Übergangsmonat hat eine saubere Bilanz.
Nächste Schritte
- Überblick — was Sie nach der Migration im Alltag haben
- Kontaktieren Sie uns für den unverbindlichen Migrations-Check.